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Unvorgreifliche Überlegungen zur Bedeutung des frühneuzeitlichen Adiaphorismus für die Genealogie des neueren Kunstverständnissesby: Reimund Sdzuj
Daphnis: Zeitschrift für Mittlere Deutsche Literatur, Vol. 30, No. 3-4. (2001), pp. 645-663.
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Notes for this articleQuote: "Das Indifferente ist der Ort der Verschiedenheit (varietas) und Veränderung (mutatio), und Verschiedenheit und Veränderung sind nicht nur kontingente Aspekte des Indifferenten: in die Handlungsregeln der christlichen Freiheit in freien Dingen ist die Notwendigkeit der Verschiedenheit und Veränderung eingebaut, ein Sachverhalt, der vorzugsweise dann betont wurde, wenn es um die Abwehr von Versuchen ging, die evangelische Freiheit einzuschränken" (p. 658).
Note that acc. to Szduj (see http://www.uni-greifswald.de/~dt''phil/litwiss/sdzuj.html ), what's distinctive about the Protestant view of adiaphora as opposed to the Stoic view is this: for Stoics, adiaphora were the things that stood outside human control, while for Protestants, it was exactly the opposite -- human beings have power to control only those things that are irrelevent to salvation (i.e., not the highest good). See p. 659.
Refers to art as the origination of the sphere of "the ornamental," in which stylistic innovations and change were not seen as implicating their creator in the destruction of truth. The "ornamental" is also "pointless"("zwecklos") and "disinterested" ("'desinterissiert' oder 'interesselos'").
Quote: "Jedes Zweckprogramm ... hat auch bei größter Spezialisierung seiner Forderungen einen 'freien Rest' [here citing Paul Frankl, Das System de Kunstwissenschaft, Leipzig 1938, p. 399] unbestimmter und allein aus der Zweckvorstellung nicht bestimmbarer Faktoren, der aber getilgt werden muß, wenn es zu konkireter Wirklichkeit gelangen soll. [...] Man muß die Prinzipien kennen, die den freien Rest einengen, und die Spannweite, innerhalb derer er tatsächlich liegt, um dann zu fragen, wodurch dieser selbst bestimmt wird" (p. 661).
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AbstractDie vorliegende Untersuchung möchte einen Beitrag leisten zur Frage der Herkunft des modernen Kunstbegriffes. Im Gegenhalt gegen die bis heute vertretene Säkularisierungsthese, die auf der Voraussetzung fußt, man könne den Verlust des Kultwertes von Kunst einfach mit der Entfaltung ihrer Eigengesetzlichkeit gleichsetzen, wird der Gedanke eines heterogonen Ursprungs der Kunstautonomie erwogen. Damit ist die Annahme einer nicht nur negativen Rolle verknüpft, die der Protestantismus und insbesondere das lutherische Adiaphorakonzept bei der Entwicklung des von Hause aus instrumentalistisch interpretierten Begriffes der Kunst von einer bloßen Zweckform zum ästhetischen Gegenstand gespielt haben.
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