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„Die Lehrer — ich kann sie nicht leiden“ Export

Über die Verachtung der Pädagogik (2007), pp. 313-331.

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Die folgenden Ausführungen wollen aufzeigen, was eine psychoanalytisch orientierte Sozialpsychologie zum Verständnis der Verachtung von Lehren beitragen kann. Sie beschäftigen sich nicht mit schlechten Erfahrungen, die Einzelne mit unfähigen Lehrern gemacht haben, sondern untersuchen kollektive, in der Struktur des schulischen Bildungswesens verankerte Erfahrungen und Einstellungen, die in die Verachtung von Lehrern münden können. Diese Verachtung wurzelt keineswegs primär in einer rational begründbaren Kritik an ihrer Berufspraxis, sie zeigt vielmehr starke irrationale Züge. Das aber, was an der menschlichen Psyche als irrational gilt, ist das Spezialgebiet der Psychoanalyse. Sie kann aufzeigen, wie ein fragwürdiger Umgang mit Triebregungen und Wünschen oder eine misslingende Verarbeitung seelischer Konflikte unbewusst die Beziehung zu Anderen irrationalisieren und verzerren können. In der Psychoanalyse Freuds spielt der Begriff der Verachtung keine Rolle. Im sehr umfangreichen Registerband der Gesammelten Werke (Freud 1968), der repräsentativen Freudausgabe, taucht dieser Begriff nicht auf. Auch in der nachfreudschen Psychoanalyse findet die Verachtung kaum Interesse. Der folgende Versuch kann deshalb nur psychoanalytische Konstruktionen aus anderen Zusammenhängen zur Verachtung in Beziehung setzen. Dabei wird ansatzweise auch im Horizont einer ‚Analytischen Sozialpsychologie‘ argumentiert, die die Psychoanalyse mit Einsichten der Kritischen Gesellschaftstheorie zu verbinden sucht. Die Verachtung von Lehrern ist in Deutschland sehr viel ausgeprägter als etwa in den skandinavischen Ländern. Welche bewusste und unbewusste seelische Verarbeitung von historischen Erfahrungen hier von Einfluss ist, kann im Rahmen dieses Textes leider nicht behandelt werden.


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